Die Chefin vom GKV-Spitzenverband, Doris Pfeiffer, erklärt gegenüber der "Welt", dass sich die Bundesbürger, die in der gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, auf die Erhebung von Zusatzbeiträgen einstellen müssen.
Wohl zu Beginn des kommenden Jahres könne es laut Pfeifer zu "einer Welle von Zusatzbeiträgen kommen", sodass die gesetzliche Krankenversicherung deutlich teurer werden kann.
Die Bundesregierung hatte den einheitlichen Beitragssatz vor einigen Monaten auf 14,9 Prozent nach unten korrigiert, das solle auch so bleiben. Grund dafür war zum einen, so die Regierung, dass man den Steuerzahler vor zu hohen Beiträgen schützen wolle, zum anderen erwirtschafteten die Krankenkassen im ersten Halbjahr des aktuellen Jahres einen Überschuss in Millionenhöhe.
Pfeiffer erklärt das Prinzip des Gesundheitsfonds: Erst, wenn dieser die Kassen-Kosten nur noch zu 95 Prozent decken könne, wäre es möglich, den allgemeinen Beitragssatz wieder heraufzusetzen. Mit "bestenfalls einer schwarzen Null" sei gegen Jahresende trotz des Überschusses von beachtlichen 1,2 Milliarden Euro zu rechnen, erklärt die Vorsitzende des GKV-Spitzenverbands weiter. Wäre der Gesundheitsfonds nicht mit einem staatlichen Darlehen aufgestockt worden, hätte er bereits jetzt extreme finanzielle Probleme zu bewältigen. Noch ist unklar, welche Krankenkassen einen Zusatzbeitrag erheben werden; dies wird sich voraussichtlich im Oktober zeigen.
Wenn die Finanzdaten der Krankenkassen vorliegen, werden diese neu kalkulieren und sich dann über einen eventuellen Zusatzbeitrag Gedanken machen. Letztendlich ist der Steuerzahler der Gelackmeierte: Mit seinem Steuergeld wurde das Defizit in Form eines Darlehens gestopft und er ist es, der den Zusatzbeitrag zahlen darf. Ein konkreter Ausweg daraus ist nicht in Sicht.